Rufnummernübermittlung bei Umleitungen mit All-IP Anschlüssen der T-Com

Rufnummernübermittlung bei Umleitungen mit All-IP Anschlüssen der T-Com

Eine Funktion, welche bei der Telefonie vor allem im geschäftlichen Umfeld immer wieder benötigt wird, ist die Rufnummernübermittlung bei Umleitungen. Das heisst, wenn zum Beispiel der Anschluss eines Büros, welches gerade nicht besetzt ist, auf ein Mobiltelefon umgeleitet wird, erscheint im Display die originale Rufnummer des Anrufers und nicht die des Büroanschlusses.

In Zeiten von ISDN Anschlüssen liess sich das durch eine Umleitung in der Vermittlungsstelle, womit der Ruf gar nicht erst bei der eigenen Anlage ankommt, oder auch durch Umleitung über die Anlage und „clip no screening“ lösen. Dabei wird, vereinfacht gesagt, bei der Weiterleitung die Rufnummer durch eine andere, hier also die ursprüngliche des Anrufers, ersetzt. Diese Funktion muss natürlich vom Provider freigegeben werden, da diese auch Potential für Missbrauch bietet.

Die Umleitung in der Vermittlungsstelle lässt sich bei All-IP Anschlüssen der Telekom per Browser im Telefonie Center und bei Privatanschlüssen immerhin per App schalten. Bei häufiger Nutzung ist das natürlich nicht sehr komfortabel. Weiterhin besteht die Möglichkeit, verschiedene Funktionen über Steuercodes vom Telefon aus zu schalten. Diese Steuercodes können natürlich auch auf Funktionstasten von (System-) Telefonen gelegt werden. Viele Nutzer haben sich nun daran gewöhnt, dass der Status der Umleitung durch eine LED am Telefon angezeigt wird. AGFEO hat in den Anlagen der „elements“ Serie deshalb die Systemtelefon Tasten Funktion „An/Aus“ geschaffen:

Damit können auf eine Taste jeweils eine Funktion zum Ein- und zum Ausschalten hinterlegt werden, gleichzeitig wird bei Betätigung die entsprechende LED umgeschaltet. In der Praxis funktioniert das leider nicht immer perfekt. Da der Status der LED nicht wirklich an den Status der Funktion gekoppelt ist, kann es immer mal zu Problemen kommen, wenn zum Beispiel zwischendurch an anderer Stelle Einstellungen geändert wurden. Mit mehreren Systemtelefonen funktioniert dass mit der selben Funktion quasi überhaupt nicht nicht sinnvoll. 

Mittlerweile bietet auch die T-Com an ihren SIP Anschlüssen die Möglichkeit, „clip no screening“ zu nutzen. Die AGFEO elements Telefonanlagen unterstützen diese Funktion ebenfalls:

Allerdings schlägt diese Funktion bei der Telekom monatlich mit 12,95 € zu Buche.

Eine Alternative dazu wäre Partial Rerouting (SIP 302). Damit sendet die Anlage der Vermittlungsstelle quasi das Signal, dass der Ruf an einen anderen Telefonanschluss umgeleitet wird, was in etwa wieder der Rufumleitung in der Vermittlungsstelle entspricht. Prinzipiell lässt dich diese dann auch nach Nichtmelden aktivieren, damit kommt der Anruf erst mal zur Telefonanlage im Büro, kann dort eventuell entgegengenommen werden oder taucht zur späteren Erinnerung in der Anrufliste auf und wird erst nach Zeit X weitergeleitet. Damit klingt Partial Rerouting schon einmal nach einer perfekten Alternative. Freigeschaltet in einer AGFEO elements wird die Funktion unter „SIP-Konten“ am jeweiligen Konto unter den erweiterten Einstellungen:

In unserem Test funktionierte dass dann erst einmal nicht. Sobald die Weiterleitung greifen sollte kam eine Ansage, dass der Teilnehmer nicht erreichbar wäre.

Eine Recherche ergab, dass diese Funktion von der T-Com nur an SIP-Trunk Anschlüssen, also dem Nachfolger der Anlagenanschlüsse, unterstützt wird. Allerdings funktioniert die Weiterleitung auch mit normalen SIP Anschlüssen (MSN), wenn es sich bei der MSN, an die weitergeleitet wird, ebenfalls um einen T-Com SIP Anschluss handelt. Bei Anschlüssen anderer Provider und bei T-Mobile Rufnummern schlägt die Weiterleitung wie beschrieben fehl.

Eine mögliche Variante ergibt aus dieser Konstellation allerdings. Wer eine oder mehrere unbenutzte MSN’s in seinem Vertrag hat, was ja nicht ungewöhnlich ist, da zu jedem Anschluss mindestens 3 MSN mitgeliefert werden, kann diese für die Weiterleitung nutzen. Dafür dürfen diese nicht in der Anlage konfiguriert sein. Im Telefoniecenter wird dann eine permanente Weiterleitung per sofort auf die gewünschte Mobilfunknummer eingerichtet. Nun kann in der Anlage die Anrufweiterschaltung per Taste auf diese MSN programmiert werden und alles funktioniert wie gewünscht.

Da es sich hier, zumindest bei normalen SIP Anschlüssen, um keine offizielle Funktion handelt, kann natürlich niemand garantieren, dass diese Möglichkeit immer bestehen bleibt. Da die Entwicklung in diesem Bereich aber ziemlich rasant voran schreitet ist zu erwarten, dass sich im Zukunft auch dafür noch andere Lösungen finden. 

Jörg Leuschner

Schreibe einen Kommentar